Zeittafel zur Kirchgeschichte Jesuborns

13/14 Jh.
Einer Sage zufolge erhält Jesuborn seinen Namen von durchziehenden christlichen Pilgern, die sich an einer geheiligten Quelle erfrischen.

1368
Jesuborn wird Urkundlich erstmals erwähnt.Die Gerichtsbarkeit des Dorfes obliegt dem Kloster Ilm (Stadtilm). Die Ritter von Berlstedt sind mit dem Dorf, das zuerst dem Grafen von Gleichen und später zu Schwarzburg gehört, belehnt.

16.Jh.
Nach einer unbewiesenen Überlieferung besteht schon seit der Zeit vor der Reformation eine Kapelle, die später öfter erweitert wurde; daher der Flurname "Kapellrand" unterhalb der Kirche.

1614
Ein, in den alten Kirchenmauern gefundener und in die Stirnwand der heutigen Kirche eingesetzter Stein mit der Jahreszahl 1614 soll auf eine Baureparatur der vormaligen Kapelle hinweisen und ist das älteste heute bekannte Zeugnis der Jesuborner Kirchengeschichte.

1618
Der heute noch vorhandene Taufstein der Jesuborner Kirche trägt die Jahreszahl 1618.

1690
Am 6. Januar wird die Trennung der Jesuborner Kirche von Gehren vollzogen. Der Disconus von Gehren, Caspar Michael Marquart, wird erster Pfarrer in Jesuborn.

1739
Vollständige Separierung von Gehren. Eine Schule wird in Jesuborn eingerichtet.

1748/49
Der Glockenturm in der Ortsmitte wird vermutlich in diesen Jahren errichtet und 3 Glocken angeschafft, die bei Johann Feer in Rudolstadt gegossen wurden.

1755
Der Turmknopf wird bei einer Reparatur merkwürdigerweise leer vorgefunden. Am 15. November wird er mit einigen Nachrichten und Münzen neu aufgesetzt.

1793
Orgelbauer Caspar Holland aus Schmiedefeld baut eine Orgel in das alte Gotteshaus.

1794
Der Turmknopf wird "entstaubt" und anschließend neu vergoldet. Bei der Öffnung des Knopfes finden sich die Münzen und die Aufzeichnungen aus dem Jahre 1755, die man weiterführt.

1816
Bei der Abtragung des schadhaften Teils der Kirche zur Reparatur und Erweiterung wird bald erkannt, dass ein vollständiger Neubau erforderlich ist. Bei den Ausschachtungsarbeiten wird in einem Gewölbe ein Leichnam m mit angelegten Degen und Sporen gefunden. Man vermutete, dass es sich um einen Spross der Bernstedtfamilie oder einen späteren Pächter des Jesuborner Kammergutes handelte. Die Person des dort Bestatteten bleibt jedoch auf ewig ein Rätsel. Am 16. September wird der Grundstein zur neuen Kirche gelegt. In den Grundstein werden Nachrichten und Schriften eingelegt, die über die Baumeister der Kirche, Lebensverhältnisse im Dorf und Preise für landwirtschaftliche Produkte berichten.

1817
Am 23. September wird mit einer Betstunde der Abschluss der Mauererarbeiten begangen, an welche sich nun die Zimmerer mit dem Aufrichten des übrigen Gebäudes anschließen.

1818
Am 4. Juni werden die Schieferdeckerarbeiten abgeschlossen; der Turmknopf und die Wetterfahne aufgesetzt. Am 18. Oktober wird erstmals in der noch unvollendeten Kirche der Gottesdienst abgehalten.

1819
Feierliche Weihe der Kirche zu Jesuborn am 10. Oktober 1819. Die Orgel wurde aus der alten Kirche abgetragen und mit neuer Verzierung und Vergoldung in die neue Kirche von seinen Schmiedefelder Baumeistern eingesetzt.

1865
Jesuborn erhält ein eigenes Pfarramt.

1868
Ein heftiger Orkan verbiegt die Spitze des Kirchturmes.

1869
Zur 50-Jahr-Feier wurden im Ort "Fichten gesetzt und mit Fahnen und Musik in die Kirche gezogen". Der neue Friedhof auf dem Leidengarten wird eingeweiht. Vorher war der Gottesacker im Kirchhof.

1870
Der Turmknopf wird abgenommen und die Turmspitze repariert.

1871
Auf dem Glockenhause wird ein Turm errichtet und eine neue Uhr in Gang gesetzt.

1874
Reparatur der Orgel durch Orgelbauer Holland aus Schmiedefeld.

1874/93
Parochie mit Pennewitz und Garsitz. Die Pläne zum Bau des gemeinsamen Pfarramtsgebäudes in Jesuborn werden nicht verwirklicht.

1882
Der Kirchturm wird mit einem Blitzableiter versehen.

1884
Am 25. Oktober wird der Turmknopf erneut repariert. Das Ereignis wird auf der ersten überlieferten Fotografie von Jesuborn festgehalten.

1887
Ein neues Gesangbuch der Schwarzburger Landeskirche und eine neue Gottesdienstordnung (Liturgie) werden eingeführt.

1891
Der Jesuborner Orgelbauer Karl Frosch repariert die Orgel "in gelungener und vorzüglicher Weise!".

1894
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 75jährigen Kirchenjubiläum werden der Kirchgemeinde im Namen der fürstlichen Kirchen- und Schulinspektion eine Hostienschale und eine Taufkanne überreicht. Die Frauen der Gemeinde stiften ein schwarzes Gedeck; ferner wird ein dunkelgrüner Kanzelvorhang übergeben.

1895
Grundlegende Renovierung der Kirche.

1905
Die Fenster und Mauern der Kirche werden gründlich repariert. Der Friedhof wird nach dem Süden zu erweitert.

1915
Vom Glockenturm werden zwei Glocken zum Einschmelzen gegeben. Die noch vorhandene Glocke springt kurz darauf während des Läutens. Diese Glocke wird an die Firma Schilling in Apolda abgegeben und von dort eine Glocke angeschafft, die die Inschrift trägt:
"Vor Krieges Not und Schmerz Zersprang der Glocke Erz, die Friedensglocke sollst du sein, den Frieden läute du uns ein"

1917
Ebenso wie die Glocken musste am 13. April der Orgelprospekt für Kriegszwecke abgegeben werden.

1918
Der kupferne Blitzableiter muss an den Reichsmilitärfiskus abgeliefert werden.

1919
Das 100jährige Bestehen der Kirche wird ohne große Feier begangen.

1920
Ein herabfallendes Uhrgewicht zerschlägt die letzte Glocke im Glockenturm.

1921
Der sozialdemokratisch orientierte Gemeinderat von Jesuborn kauft von der Firma Ulrich und Weule, Apolda-Bockenern, die heute noch vorhandenen 3 Stahlglocken. Die Kirchgemeinde erhält nach harten Auseinandersetzungen ein widerrufliches Benutzungsrecht gegen eine Gebühr von 3,- Mark im Jahr.

1924
Die Kirche erhält elektrische Beleuchtung.

1925
In die Orgel wird von Orgelbauer Frosch ein neuer Prospekt eingefügt.

1928
Der "elektrische Strom" hält Einzug im Glockenturm.

1931/36
Die Innenausstattung der Kirche wird teilweise erneuert und verändert.

1933
Das Denkmal am Friedhof zur Erinnerung an die Opfer des 1. Weltkrieges wird am 29. Oktober eingeweiht.

1938/39
Erweiterung des Friedhofes.

1945/46
Durch die Munitionssprengungen im Esbach nimmt die Kirche größeren Schaden. Insbesondere gehen in großer Zahl die Fensterscheiben zu Bruch.

1948
Die große alte Linde im Kirchhof wird gefällt.

1951
Der Turmknopf wird bis zum heutigen Tage letztmalig geöffnet. Dachdecker Knorr aus Gehren wechselt die vom Wind verbogene Wetterfahne gegen das heute noch vorhandene Kreuz aus.

1957
Am Neujahrstag wird auf der ersten Empore unter der Orgel ein kleiner Gemeinderaum eingeweiht, der v.a. für die Gottesdienste im Winter geeignet ist.

1963
Einrichtung einer Leichenhalle beim Altarraum.

1966
Erster Termin für den Abriss des Glockenturmes. Aber die dafür bestellten Baupioniere der NVA sind aus Sicherheitsgründen nicht dazu in der Lage.

1968
Das Dach wird n neu verschiefert. Der Glockenturm wird am 23. März von den Freiwilligen Feuerwehren Gehren und Jesuborn abgerissen. Die Glocken werden 26 Jahre zweckentfremdet als Blumenkübel benutzt.

1970
Nach dem Abriss des Glockenturmes kauft die Kirchgemeinde eine Glocke aus der Dörnfelder Kirche, die ein neues Geläut erhielt. Die Bronzeglocke, im Jahre 1714 bei Johann Rosen in Vonkstedt gegossen, wird im Turm der Kirche angebracht und anlässlich des Erntedankfestes eingeweiht.

1971
Letzte Erdbestattung auf dem Jesuborner Friedhof.

1976
Stabilisation des Altares, welcher zu zerbröseln drohte. 1992
Das Denkmal am Friedhof wird zum Volkstrauertag mit zwei Gedenkplatten zum Andenken an die Opfer von Krieg und Gewalt erweitert.

1993
Eine vollständig neue Dachverkleidung und neue Fenster im Dachgeschoß lassen die Jesuborner Kirche neu erstrahlen. Am Friedhof wird der Glockenstuhl mit einer restaurierten Glocke aus dem ehemaligen Glockenturm anlässlich der 625-Jahr-Feier Jesuborns am 4. September feierlich eingeweiht.

1994
Die Festtage anlässlich des 175. Jahrestages der Kirchweih zu Jesuborn werden vorbereitet. In der Kirche wird eine neue elektrische Beleuchtung installiert, die Leichenkammer entfernt, der Kerzenleuchter restauriert, die Fenster repariert und mit der Verschönerung der Außenanlage begonnen.

 

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